EIN NACHRUF AN DEN KELLER

IDIOT steht geschrieben auf den hellgelben Wänden der Gänge in den zweiten Hinterhof der Karl-Marx-Straße 58 in Berlin Neukölln. Ein Ort von dem es sich nun zu verabschieden gilt.

Wir machen ein paar Umdrehungen, halten an, als A. mir mehrmals in unregelmäßigen Abständen auf den Unterarm kloppt, damit die Kamera wackelt, als sein Raumschiff startet und ich dabei merke, wie dünn mein Unterarm eigentlich ist. Wir machen noch ein paar Umdrehungen, ich höre ihn fragen, sechs bis acht Wochen Proben auf der großen Bühne, wie lässt sich das organisieren? Stop. Kurze grundlegende Informationen vorab: Nach der Besetzung der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz findet eine unübersichtliche Verstrebung der einzelnen Protagonisten statt. Es gibt viele verschiedene Arbeitsgruppen, die sich unabhängig voneinander in unterschiedlichen Bars treffen. Informationen sprechen sich durch Münder mit doppelter Anstellung.

An dem, sich in den sechs Tagen entwickelten sozialen Konstrukt, wird von vielen verschiedenen Enden fixiert, sortiert, notiert, gefesselt und geschrien. Jeden Montag zusammen essen und reden in der Potse. Arbeitsgruppen stellen sich vor. Es gilt als eine öffentliche Veranstaltung, als Ort, an dem man sich wieder finden kann. Kollektive Intendanz meets club culture. Wo. bleibt. Das. Parlament. Der. Wohnungslosen.?! Milo Rau kam nicht zu der Besetzung. Oktober Revolution an der UdK. Fahnen morgen weglassen. Biologisch süß. Fiktive Gefangennahme. Unsere Sache. Öffentliche Accounts - Zugang - Regelung. Am Sonntag wird dieses wöchentliche Montags Plenum vorbereitet. Ich glaub wir müssen uns einfach darauf einlassen eine große Masse zu sein und die auch einfach mal miteinander redet und die auch miteinander irgendwie in Kontakt tritt, sage ich an einem solchen Orga Orga Treff, in der Hoffnung der Versuch, Zukunft zu planen und Diskurs Strukturen vorzugeben, würde mit versammelten Erwartungen an einen scheinbaren Konsens ausgeschieden werden.


So geschichtsträchtig und wichtig der Name einer Straße auch sein mag - desto verlorener scheinen mir die Geschichten der kleinen Leute. Dieser Brief versucht die Geschichte des NIE THEATERs zu fassen. Ihr möget vielleicht gehört haben von einem Club, ein Moloch, eine Höhle, zusammengehalten von triefenden Kellerwänden, genannt der Keller. Ich bin kein begeisterter Clubgänger, aber ich muss mir doch eingestehen, dass auf diese Weise mitunter eine der wenigen Möglichkeiten eröffnet wird neben dem laufenden Clubbetrieb alles Andere aufzubauen. Also ich wär glücklich, wenn ich mein eigenes Brot backen könnte. - Kannst du doch machen. - Alleine?! Bin ich doch nicht glücklich damit. Ich will in der Gemeinschaft mein eigenes Brot backen. … Ja, irgendjemand musses ja machen. Neben dem besagten Kellerclub begrüßen dich mit weißer Farbe überpinselte Backsteine in weiteren 160 Quadratmetern. Eine noch unerforschte Insel, ein erster weißer Fleck auf der Landkarte - seit sehr langer Zeit. Innerhalb von Tagen wird der leere Raum zu einem Theater umfunktioniert. Keine Repräsentation der eigenen Ränge. Ein Kern zwischen den Zähnen. Komischerweise stapeln sich Sofas und Fernseher, als wäre in Neukölln beschlossen worden, dass diese Art der Garnitur nicht mehr zur Standardausstattung gehört. Die Straßen sind voll davon und was auf der Straße lungert, landet früher oder später auch bei uns. Wir sind der Singeltreff der Straßensofas. Nehmen Sie Platz, sehen Sie fern. Ein halber Opel Corsa. Zwiespalt öffentlich machen. Kakerlaken-Wettrennen. Mystique, die einzig weibliche Kakerlake gewinnt. Das NIE THEATER geht einen Deal ein: Die Wände sollen weiß bleiben & 1 Euro Miete pro Monat. Gezahlt wird mit - Theater.

> Stellen wir uns einfach vor, wir betreten den Raum. Nach einer steilen Treppe, welche über ein verstecktes Kämmerlein führt, öffnen wir eine weitere graue Stahltür und stehen nun in einer Art breitem Korridor, an dessen linker Seite sich drei gleich große Studios von etwa 12 qm Größe befinden. Am Ende des Korridors fallen gleich zwei Dinge auf: Ein türhoher Durchgang, welcher in einen engeren Flur mündet und zur Rechten, ein Lastenfahrstuhl, dessen Eingang erstaunlicherweise fast immer vollgestellt bleiben sollte. Weiter geht es, drei Stufen hinunter durch einen schmaleren Korridor, in einen eher quadratischen, tiefer eingelassenen Raum, der gleich zu Beginn links und rechts über zwei Podeste verfügt und weiter vorne auf der linken Seite über vier Stufen verbunden auf eine ebenfalls etwa 12 qm große Bühne führt. Von dort aus stoßen wir noch weiter in das Innere vor und durchqueren drei aneinander gereihte Stuben, die später als Requisiten, Kostüm und Techniklager dienen können. Der Winter bricht ein, die Luft ist feucht, die Heizlüfter rar. Fellmäntel werden eine Überlebensstrategie. Das erste konspirative Treffen am 06/01/18 beginnt. Ich halte mich zurück und schreibe Protokoll. Ich fühle mich vorbereitet, egal auf was, es scheint alles möglich. Schlüsselpolitik: maximal drei Schlüssel, ein Schlüssel bei H.S., weil er um die Ecke wohnt. Wechselnde Regie mit VISIONEN, großgeschrieben weil großgesagt und nicht nachgefragt. S. Ist unterstützend dabei, aber den Februar nicht viel in der Stadt. G. plant eine Totenmesse und kündigt Laufende Performance an. A. will einen Bauhaus Campus starten. D. macht eine Szene aus J.’s Film: Ein Zug verschwindet, Proben ab Montag (8/01/18 - 22/01/18). Ein Tag in der Woche wird für die Agenten Treffen reserviert. H.D. will monatliche Treffen für programmatische Texte einberufen. Ensemble Besprechung, jeden Mittwoch, 18.00 Uhr - ab 21.00 Uhr dann Musik und Inhalte mit Live-Übertragung ins Netz 09/01/18, Chor Probe & Dienstags Stammtischbesuch (Gelder anfragen) 16/01/18, ebenfalls Chor Probe 17/01/18, Geburtstag der Kunst, 1 Millionen Jahre Kunst. Das erste Ensemble Treffen wird im Stehen um einen großen weißen Tisch auf Brusthöhe abgehalten. Möglichst pragmatisch wird eine Liste der folgenden Produktionen aufgesetzt. Alle, die wollen, werden in einem zwei-Wochentakt hintereinander in diese Liste geschrieben, so wie es zeitlich für jeden gut passt. Es braucht 10 Monate um diese Liste abzuarbeiten. Nur zwei der vermerkten Produktionen haben tatsächlich die geplante Zeit in Beschlag genommen. Ein länglicher Holztisch mit Schubladen und ein darauf platzierter in großzügigem Kunstgold gerahmter Spiegel, in der zweiten Kammer (der spätere Kostümraum) macht nach meinem Verständnis den ersten Schritt in Richtung Theater möglich: Der Maskenmoment. Dieser Moment, wenn die Zuschauer mit ihrem anschwellenden Geplänkel ihre Plätze einnehmen und die geisterhaften Schattengestalten in den Gängen umher huschen, um das ein oder andere kaputte Kabel auszutauschen oder noch schnell dem Tonmischer am anderen Ende des Schiffs ein paar wichtige Keys durchgeben, in der Hoffnung, er möge uns alle über Wasser halten. Dieser Moment bleibt für mich immer der schönste, schöner noch als der Applaus oder das Spiel selbst, denn bist du einmal drin, spielt es sich von allein, dann schwimmst du, hechelnd, nach Luft ringend - Sich bereit machen zum Ablegen, der Spagat zwischen der Bühne und den nichts ahnenden Fremden am anderen Ufer, dieser Moment ist für mich das Theater. Als Nächstes erscheint eine erstaunliche Ansammlung von Sofas, deren vorangegangen Besitzer ihrer augenscheinlich überdrüssig waren. Sie bilden einen Halbkreis im hinteren, tiefer eingelassenen Raum (der spätere Bühnenraum) und werden in einer umkämpften Stadt schnell zu einer Schlafkolonie für dahergelaufene Gefährten. Ich nenne dieses Moment die Schlafplatzfalle. Wenn man mich fragt, war die ständige Behausung, abgesehen von der fehlenden Garderobe, einer der grundlegenden Fehler dieses Theaters (von Bewohnen kann wohl (mit der Ausnahme namens A.) kaum die Rede sein).

Zu dieser Zeit ist der Keller ein unbefangener Ort, dessen sich stetig erneuernde Prinzipien mit jedem Erstreiten, Mitsprechen, Aussprechen, Nichtsagen, Bestimmen, Zusammenzimmern, Anhäufen, Einweihen, Ausstellen, Bekritzeln, Ausmisten, erneutem Anhäufen, Planen, Zusammenstellen, Sortieren und Umstellen durch seine Besucher definiert werden. Von dem Kellerclub ausgelagerte, noch bestückte Barkühlschränke werden geknackt und ungeniert in Betrieb genommen. Ein weißer Klotz, wohl ehemals zur Präsentation etwaiger Kunstwerke gedacht, wird in einem der ersten Musikabende, die neben den Ensemble Treffen die eigentliche Basis zum angeheiterten Diskurs boten, unter kommentierenden Zurufen durch die musizierende Menge auf das Podest des hinteren Raumes getragen und vor den Kühlschränken platziert. Es bleibt nie Geld in der Kasse. Der Musikabend findet in dem Bühnenbild der aktuellen Produktion statt, was ihn selbst wie ein kleines Schauspiel wirken lässt. Irgendwas zwischen arabischer Folklore, sich in der Wiederholung steigernde Klavier Akkorde im Klang einer Orgel aus den 60ern und immer mindestens drei bis fünf Trommeln mischen sich zu einem ekstatischen Traum. Untermalt wird das Ganze von vorgetragenen Gedichten oder Lektüre, die mitgebracht wurde. Irgendwann wird H.S. seine ganze Bibliothek in den Keller umziehen, da er seine Wohnung verloren hat. J. bringt einen großen Teil ihres privaten Fundus mit, V. ersteigert eine 50 Köpfige chinesische Maskensammlung, die bald die rosa gestrichenen Wände des Mädchenzimmers schmücken sollen. Es wird sich still und heimlich mehrmals am Abend umgezogen. Wer neu im Bunde ist, wird in das wohlriechende Kämmerlein gezerrt und für den Abend eingekleidet. Aus Platzmangel setzen wir das Publikum vor eine Leinwand, während im Nebenraum live produziert wird. Im Durchgang zwischen den beiden Haupträumen wird auf der rechten Seite eine Verschwörungskammer im Stile einer Gummizelle und auf der linken Seite eine Teestube, auch genannt die Arabische Nacht, gesäumt von zwei fabrikartigen, schräg sitzenden Glasfensterfronten, errichtet. V. hätte sich ein Dachstuhl im Keller gebaut, wird gescherzt. P. besorgt zusammen mit J. einheitliche Bestuhlung für das Publikum, 35 Stück, rote, schlichte Ledersitze aus dem Osten Berlins. G. schläft im Sarg. Das verflixte Bällebad ist schlecht aufzuräumen. M. wird Vater. Ein im Techniklager zerschlagener Sack Zement bringt Unruhe. Der gesamte Fundus und alles was sich in diesen drei kleinen Kämmerlein befindet muss herausgetragen werden und steht dann unsortiert im Bühnenraum, während immer wieder nass gewischt wird, um den Staub loszuwerden. Die Hauptdarsteller nehmen regelmäßig Reißaus. Der Rausch nimmt überhand. R. feiert Polterabend. Es wird versucht, sich von den eingekehrten Dämonen zu verabschieden. Stattdessen Aufrechterhaltung der Phrasen. Scheinbare Anarchie und somit auch allzweck Hierarchien durch soziale Gefüge. Verabschiedung. Theater aus Leidensdruck. Arbeit als Trost. Der Winter ist vorbei. Seit geraumer Zeit habe ich jeden Tag an diesem Ort verbracht. Mit Spitzen versetzte Tüchlein schmücken einen Frühstückstisch im Hof. Madame Louis Rudek ist mit ihrer Tochter bei uns eingezogen, da ihre Wohnung abgebrannt ist. Kurze Zeit später fährt ein Auto in die Häuserfront ihres ehemaligen Wohnhauses. Nun bedeckt giftgrüner Teppich den sonst kahlen Kellerraum. Ein großer Fernseher auf dem alte Videokassetten geguckt werden prangt mitten im Vorderraum. Waffeln mit Puderzucker sind die tägliche Mahlzeit. Frische Sommerluft wird durch die neu installierte Lüftung, getauft Schubdüse, in die verwinkelten Gemächer gepumpt. Eine runde, verspiegelte Bar aus den Bühnen des Berliner Ensembles dominiert den vorderen Raum. Sie ist wie eine Burg und schlägt einen großen Graben zwischen Gast und Barkeeper. Die Musikabende wurden nun auf Samstag und in den Club nebenan verlegt, weil dieser unter chronischen Umsatzproblemen leidet. Wir müssen da drüben Performen. Müssen den Leuten etwas vormachen, weil sie wie gewohnt zu einer Show gekommen sind. Das ist heftiger als irgendwelche aufgeblasenen Kunstperformances, die langweilig sind, weil nur noch Konzept übrig geblieben ist. Das ist schlimmer als Vermarktung, weil ja gar nichts vermarktet werden soll. Wir machen eigentlich das, was wir immer machen - mit dem Unterschied, dass man uns dabei erwartungsvoll zusieht. Es gibt in Berlin ein paar Jamsessions - das sind aber in den Teilen, die mir bekannt sind, (gute) Musiker, die zusammen spielen. Was wir da fabriziert haben war ein Ritual, bei dem es nicht um das Ergebnis ging, sondern um das Un-Übereinklinkende. Ich bin dagegen, Rituale in den öffentlichen Raum zu verlagern. Liebe Liebhaber der seichten Abendunterhaltung, schreibt V., Ich geh’ jetzt rumhuren, sage ich zu C.. J. Hat mir das Oberteil mit den Stachelnieten angezogen. Wenn du das Micro ganz dicht an deinen Mund hältst, klingt es immer sexy und man versteht kaum noch, was du sagst.

Diskurs muss gekonnt sein. Doch werden gängige Formen der Gruppenunterhaltung abgelehnt. Du musst dich durchsetzten, du musst erst einmal lernen, dir Gehör zu verschaffen, die ewigen Monologe zu unterbrechen. Wenn es hitziger wird, Argumente der Anderen zusammenfassend wiederholen, um dann darauf antworten zu können. Stumme nach ihrer Meinung fragen. Jeder wird zum Moderator. Ich konnte bei diesen Runden nie ruhig sitzen bleiben, man muss stehen wenn man streitet. Streit muss sein. Es können aber nicht alle laufen. Es ist dann so wie bei den Wölfen, die ihr Frischfleisch einkreisen. Oder du bist einfach nur der Tiger an der Bar. Wieder andere setzen sich von Grund auf nicht mit in den Kreis, sondern halten sich immer in der zweiten oder dritten Reihe. Ich kann mich an ein Treffen erinnern, an dem ein ferngesteuerter Gabelstapler über den grünen Teppich surrte und ständig irgendwo gegen gedallert ist. Dieses Rumgesteuer hat mich beruhigt. Im Laufe des Abends ist mir dann dieser bunte Staubwedel untergekommen, mit dem J.B. in Maschinenstürmer ganz am Anfang die Maschine reinigt. Meine klebrigen Hände haben sich daran festgehalten und konnten die wichtigen Punkte prima betonen. Ich bin trotzdem immer wieder aufgestanden, aber hab mich auch sofort wieder hingesetzt, das muss komisch zu beobachten gewesen sein. S. hatte mal eine Kette von einem Fahrradschloss, die er hat klimpern lassen. Auch eine gute Taktik. Bis sich besprochene Inhalte in Handlung umsetzen vergehen meistens ein paar weitere warme Worte unter vier Augen.

Ein selbstgebauter Pool im Hof bildet mit einer verschließbaren Öffnung zum Kellerfenster hin einen kontrollierten Wasserfall hinter den Stühlen der Zuschauer. Kühlkette - Landschaft mit Argonauten ist nach drei Produktionen das erste Stück, dass die Schauspieler von der Leinwand zurück vor das Publikum bringt. Der tiefer eingelassene Bereich bildet mit Teichfolie ausgekleidet ein Auffangbecken für die geplante Wasserattacke. Dieses Auskleiden einer 50 qm großen Plane stellt für mich noch heute das eigentliche Stück dar. Am Abend der Premiere stehen ungefähr acht Teilnehmer der Schose die noch zusammengefaltete Plane in regelmäßigen Abständen an den Seiten festhaltend mitten im Bühnenraum, ungefähr so wie man sich im Kindergarten mit oder minderer Begeisterung an den bunten Schwungtüchern festgeklammert hatte. Es wird überlegt, in welche Richtung am geschicktesten entfaltet werden soll. Ein paar weitere Kandidaten stehen beipflichtend daneben. Schlussendlich ist A. mit zwei Stunden Verspätung, nachdem er systematisch jegliche helfende Hand, wohlgemerkt zuerst die Frauen und anschließend auch jeden Anderen hinausgejagt hatte, immer noch dabei die Leisten, darunter die Folie, in die dafür vorgesehenen Latten an der Wand zu jagen. Er schwitzt, er macht das gut, er macht es allein. Ein Schauerspiel in drei Akten. Er macht’s. Kurz bevor es losgeht, wird mir ganz bang. Nicht umsonst haben wir alle Kabel dreifach gesichert und doch hätte es unser letztes Stück gewesen sein können. Ganzes Theater samt dem Publikum kommt durch einen heftigen Stromschlag ums Leben. Das Wasser glänzt schwarz, spiegelt sich an den Wänden wieder. Das Klima ist tropisch. Als Nonne verkleidet liege ich nach der Premiere in dem lauwarmen Wasserbecken. Als eine der drei Schwestern habe ich die Vergangenheit gespielt. Der Plastikstoff des Schwarzen Kostüms klebt verrutscht an meinen Oberschenkeln, ich habe vergessen, wo ich bin. Es steht schlecht um die Stadt, wir fühlen das etwas passiert, doch wir bleiben allzu fern in unseren Gemächern - Das WIR ist zu groß und zu stark geworden, man trennt sich von der sogenannten Transmedialität, der Hengst der Ahnungslosen führt den Ritt durch eine viel zu enge U-Bahn, ein Bühnenbild der Wiederholung, ein Tunnel ins undefinierte. „So fing meine Karriere an!“, sagt A. und kackt eine Kunstwurst in unseren Innenhof. Die Übertragung stockt, es gibt Pixelwurst. Es kommen Leute dazu, die unsere Arbeitsweise nicht kennen. Es gibt Leute, die halten sich nicht erst im Hintergrund und schauen, was läuft. Wir fangen also von vorne an. Wir rennen. Wir klauen. Wir zerstören. Wir bauen. Der Teppich kommt raus. Im Hof verbrennen J.S. und H.S. das ganze Holz, alles was wir angehäuft haben, soviel es geht, wir müssen löschen, damit der Brand sich nicht ausbreitet. Wir zerschneiden die Leinwand mit einem Dolch und bitten das Publikum hindurch. Gespielt von dem Regisseur, fesseln wir Klaus Lederer an eine Miniatur Drehbühne und setzen ihn vor vollendete Tatsachen: Lieber Klaus, hier hast Du Deine Rücktrittserklärung. Da unten musst Du unterschreiben. Bitte nicht außerhalb der Box, sonst erkennt der Scanner das nicht. Mit Deiner Unterschrift erklärst Du nicht nur Deinen Rücktritt von allen öffentlichen Ämtern, sondern den von Allen Berufspolitikern in Berlin. Niemand braucht Euch. So, jetzt, wo geklärt ist, dass wir nichts mehr von Euch fordern, erklären wir in aller Form: 1. Wir werden organisieren, dass die Daueraufträge zur Überweisung von Mieten gekündigt werden. Denn es macht einfach keinen Sinn, dass für das Bewohnen von Häusern, die schon längst abbezahlt sind, jeden Monat ein Drittel der Lebenszeit verschwendet wird. 2. Wir werden selber die Häuser bauen, damit alle ein Zuhause haben. Das Land dafür werden wir uns unter Abwiegen der Interessen selber nehmen. 3. In jedem Fall werden wir das Sony-Center in die Hände Aller übergeben und das Cinemaxx dort mit Bauschaum auffüllen. 4. Wir zahlen keine Abgaben mehr an die Institutionen, an die wir nicht mehr glauben - sondern schaffen neue Institutionen, deren Kriterien wir gut heißen. 5. In diesen Institutionen wird es einen Schnitzeldienstag geben. 6. Wir werden Alles uns Mögliche tun, dass Euere Truppen diesen Schnitzeldienstag nicht niederknüppeln. 7. Wir erklären weiterhin die Absicht, eine Mauer um das Regierungsviertel zu bauen. Nach jedem Schnitzeldienstag-Mittagessen werden wir eine Schwarzwälder Kirschtorte über die Mauer werfen.

Wir, Wir, Wir. Ich oder sie. Wir. Wir. Wir. Wir brauchen Urlaub. Wir sollten Luft holen und zurückschauen. Wer oder Was hat uns da geritten? Viele haben verlernt Nein zu sagen. Gleichberechtigung heißt nicht gleich jeder hat Recht. Gleichberechtigung wurde falsch verstanden. Der geplante Urlaub wird ignoriert. D. zimmert das erste richtige Haus aus blutrot bemalten Latten auf die Bühne. Die Spiegelbar wird im Hof zerschmettert. „Ich will die Wohnung, Nein, Ich will die Wohnung, Ich will die Wohnung, Nein, Ich will die Wohnung“ lautet das Credo der improvisierten Aufführung, nachdem der Regisseur am Tag der Premiere gekündet hat. Es war keine Frage der Zeit bis D. das Haus mit dem Baseball Schläger bearbeitet. Es braucht ein paar anlaufende Hiebe, dann ein paar schnelle, harte, entfesselte Schläge und die erste Latte bricht. Karlschlag, eine der letzten Produktionen braucht für seine Erzählung ein Produktionsbüro: Auf dem Podest wird der angrenzende Raum durch eine Wand aus Plastikscheiben getrennt. Die restlichen Wände innerhalb dieser Bühne werden hellgrün tapeziert. Das Produktionsbüro ist nicht zu unterschätzen. In dem Produktionsbüro kann man sehr gute Gespräche führen, das heißt, man läuft rum und raucht und bleibt an der Glasvitrine stehen, zieht an seiner Zigarette und wirft sich ernste Blicke zu, läuft weiter im Raum herum. Es fehlt nur der Whisky oder so. Manch anderen Tages sitzt man reihum vor dem mit Asche verrußten Tisch, die Lampe brennt kalt ohne Schirm, so führt man dann eher bedrückende, bedeutungsvoll anmutende Gespräche. Diese Bühne wird zumindest für eine Zeit zur Wirklichkeit. Ich fange an, zu funktionieren. Ich bin ein Soldat, ich verkrieche mich in mein Handwerk und gehöre nun mehr dem Rausch der Bilder. Die drei Studios werden frei. Es ist soweit. Nach 10 Monaten Schreibtisch-Nomadismus richten wir ein Büro ein. Das mittlere Studio bleibt so, wie die Musiker es belassen haben, um es dann bei Gelegenheit frei zu räumen. In das Dritte und letzte werden alle heimatlosen Sofas hinein gekantet. Das produziert Geselligkeit und vor Allem - Ausreden. Die Situation: Die letzten studentischen Werkzeuge der Selbstverwaltung und der Teilhabe an Entscheidungen sind bedroht: Fachschaften der Humboldt Universität sollen demnächst Miete für ihre Räumlichkeiten bezahlen, ganze Verteiler werden gelöscht, studentische Mitarbeiter entlassen. Als wäre das nicht schon genug, fordert die Präsidentin der HU, Sabine Kunst, nun auch noch, dass dem Seitens der AfD gestellten Antrag nachzukommen sei, die Namenslisten aller Referentinnen der letzten Jahre zu veröffentlichen.

Deutschland ohne Herbst ist eine Reaktion auf das einzuholende Versäumnis, Widerstand zu leisten. 10 Regisseurinnen, 11 Räume und eine Leinwand. Ein formales und soziales Experiment. Was passiert wenn 10 Regisseure um ein Fleckchen Bühne kämpfen? Und warum funktionieren dezentrale Strukturen überhaupt? Welchen Kompromiss gehen 10 kompromisslose Halunken miteinander ein? Wie kann man in diesem Saftladen tätig werden? Was ist denn überhaupt radikale Handlung? Wer sind denn diese Menschen auf der Leinwand da und was wollen die überhaupt? Erst wenn du verfolgt wirst, lernst du neue Wege kennen. Wir haben nie gelernt uns zu organisieren. Jede Möglichkeit einer Szene ist verloren gegangen. Wir treffen uns nicht, weil wir eine Szene sind. NIE Ausnahmezustand, NIE Polizei, NIE Land, NIE Zwang, NIE allein, NIE Du, NIE Theater. Frontkino. Im Keller produziert, soll das Stück live auf die Häuserfronten der Stadt übertragen werden. Wenn Dystopien unsere Kinos verseuchen, Freiheit nur noch als Lehnstuhl-Nostalgie zu konsumieren ist und der Code die Überhand nimmt: „Perfekte Kommunikation kommuniziert nichts. Es gibt kein Grund mehr zu sprechen und somit auch keinen Grund mehr zu denken“ - Gilles Châtelet. Wir sind nervös, wir wollen keine Interpretation, wir suchen Streit. Mitte August schreibt J. einen Aufruf in die Runde. „Hallo ihr Scheisser! Hier mal das Konzept und der Aufruf für D im Herbst. DEUTSCHLAND OHNE HERBST – Wer traut sich? Termin: 25/9/ – 25/10/2018 Es geht um eine totale Bespielung unserer Räumlichkeiten und eine totale Beanspruchung unserer Ressourcen, aber nicht für die reine Vision eines Genies, sondern für die kruden und chaosnahen Monstren, die nur aus der Verschränkung und Offenlegung unser aller Phantasmen geboren werden können. Wir holen die Freiheitsstatue in den Keller! Wir bauen so viele Räume wie es Leute unter uns gibt, die so hinterhältig versaut sind und sich trauen ihre kleinen Schweinereien in Szene zu setzen. Daraus entsteht ein Filmstück, d.h. die Form ist mehr oder weniger durch die Liveübertragung per Kamera gesetzt (wer wird sich dagegen auflehnen?!). Sonst gibt es keine Regeln außer eben den Regeln. Du sollst nicht langweilen! Wer den Arbeitsprozess erheblich stört, fliegt raus. Nach einer Eröffnungsrunde der Vereinzelung und Isolation, in der jeder in seinem Raum probt, gibt es eine Phase, in der wir uns gegenseitig zeigen, was wir da gemauschelt haben, und schließlich bauen wir alles zusammen, schaffen Verschränkungen, legen Parallelen, lassen Jesus Chaos Christus ran. Es kann ein Marathon werden, eine Expedition ins Malariagebiet. Dazu müssen wir unser Ego an den entsprechenden Stellen hervorholen und verteidigen und an den komplementären einstecken und verdammt nochmal anfangen zu sehen und zu hören! Also bitte, macht keine Kammerspiele, Szenenproben, Etüden oder Schaustückchen oder sowas! Das Ding wird nur geil, wenn jeder Raum seinen eigenen Wahnsinn auslebt.“ Gezeichnet J. G.

Ganz lange Zeit passiert nichts. J. baut kurzer Hand den ersten Raum auf die Bühne, ich nenne ihn die Domina Bude, da die Wände über und über mit der schwarzen Teichfolie ausgekleidet sind, die von der Bewässerung in Kühlkette übrig geblieben ist. Eigentlich beschreibt der Raum, einen Ort in dem Teile aus Tschernikows Etage gespielt werden sollen, also ein Wahllokal. Hinzu stoßen lustiger Weise zwei Raumschiffe, ein Liquer Store in der Wüste, ein Käfig, - das Klo wird komplett weiß gestrichen und auch als Spielort benutzt, ein Miniaturkino, an dessen Aussenseite das Eisenwaren International Schild prangt, die Insel der Glückseligen, ein mit Zeitungen bespickter Raum und zu guter letzt ein Brett zwischen zwei Häuserfronten, man könnte auch von einem zweiten Stockwerk sprechen - in die Verschwörungszentrale kommt die Schnittstation. 09/10/18: H. rennt schon beim Aufbau rum und flüstert mir in die Verschwörungszentrale, dass er alles dafür tuen wird, dass keiner für mich stimmt (die nächste Produktion betreffend) - Das ist zwar Hetze, aber irgendwie nicht ganz so ernst zu nehmen. Dann, am Abend der Premiere: Ich bekomme das ganze Material von dir, sagt er. Ich sage nichts. Drehe mich um, weil ich mich auf nichts einlasse. Er fasst mich an. Ich mache einen Schritt um zu gehen. H. tritt mir in die Ferse und sagt: du bleibst stehen. Ich bleibe stehen und sage ihm: ich spreche so nicht darüber, du bekommst nichts von mir. Und will gehen, er mir hinterher, in der Domina Bude sitzen C. und drei andere, ich bleibe stehen und sage, ich habe hier ein Problem, ich werde getreten, H. sagt übertreib nicht, war doch aus Versehen. Ich sage, das war mein letztes Wort, ich lasse mich auf den Dreck nicht ein, du bist ab jetzt nicht mehr da für mich. Ich gehe zurück durch den Flur, H. brüllt mir hinterher, du warst noch nie da für mich. Ich: ja genau. Ich entscheide den Ort zu verlassen. In der Bibliothek der Arcaden komme ich beim Anblick der Dächer zur Ruhe. Die Ziegel erinnern an eine Zeit, die nicht unsere ist, sie sind ein Zeichen der Zivilisation, ohne für eine bestimmte Kultur zu sprechen, sie sind nur ein sehr bewährtes Mittel zum Zweck, ein Mittel das überlebt hat. Ich wundere mich warum ich zum ersten Mal diesen Ort der Zuflucht aufgesucht habe. Es wird ein Ort sein, der mir helfen könnte wieder zu meiner Phantasie zu gelangen. Neuen Muts laufe ich die Karl-Marx-Straße zurück Richtung Keller. Blaue Stunde. Sie warten in dieser Nische, wo man Tagsüber manchmal bei offener Tür in die Putzkammer der Arkaden schmulen und der ein oder anderen Zigaretten Pause beiwohnen kann. Blickdichte, mit grauem Stahl umrandete Glasscheiben, Tür und Fenster sind an dieser Stelle nicht voneinander zu unterscheiden. Geh da jetzt nicht runter, Hannah, sagt C zu mir. H. hat eine Waffe, sagt er. Ich nicke. Du weißt davon?, fragt er. Ich schüttle den Kopf. Ich kanns mir denken. Ich bin nicht geschockt. Ich bin müde. Wir sagen die Veranstaltung ab. Es ist das Erste mal, dass wir nicht spielen. Selbst ohne zwei der Hauptdarsteller haben wir schon aufgeführt. Aber unter Polizeischutz gibt es sowas wie Theater nicht. Am Abend geht es im Broschek weiter. H.’s ältester Bruder stellt uns zur Rede. Er will wissen, ob wir den Bullen einen Namen genannt haben. Ich spare mir weitere Details. Nun zu L.’s Plan, echte Waffengewalt in der Weltöffentlichkeit zeigen zu wollen und zu diesem Zweck H. anzustacheln, es für sie umzusetzen - abgesehen davon, dass der Diskurs so dermaßen veraltet ist: Wenn man nur Theater machen kann, indem man reelle Gefahr erschafft, eine Situation, die alle Beteiligten unwissend benutzt und ihrer Freiheit beraubt, entscheiden zu können, ob sie Teil einer Inszenierung sein wollen, oder nicht, die sie in einer Extremsituation entblößt, bzw. die immer gleiche Schwäche gegenüber dem angedrohten Tod zeigt, dann sollte man sich die Frage stellen, wozu Theater in der Lage ist, bzw. wie mächtig der Vorwand Theater machen zu wollen, sein kann. Innerhalb des Theaters und mit der Form des Theaters lässt sich das Theater selbst zerschlagen, indem Menschen schutzlos und sensibel auf der Bühne ausgeliefert nicht mehr als volle Menschen behandelt werden, das heißt nicht in das Geschehen eingeweiht sind. Dann sind sie nur Nutzen und beliebig ersetzbar, weil jeder Mensch dem Tod unterworfen ist (jeder Mensch, wenn du ihm mit dem Tod drohst, gleich ist) Eine Aussage, die es nicht Wert sein sollte, das Theater als Mittel zu benutzen, das Leben zu beherrschen (und nicht den Tod). Das Theater wird auf diese Art und Weise unfruchtbar gemacht, weil die einzelnen Komponenten (die einzelnen Menschen) entkräftet werden. Theater ist Vertrauen, Theater ist Verantwortung. Im Spiel bin ich erst Mensch und deswegen kann ich auch im Spiel mein Menschsein so viel mehr zerstören (lassen).

Es kehrt Ruhe ein. Die Ensemble Treffen laufen hervorragend. T. schlägt bei einem Spaziergang durch den vereisten Tiergarten vor, anstatt immerzu zu reden jeden Mittwoch aufzuräumen. Wir suchen nach einem Namen für das Neugeborene von M: Pamela ist ganz groß im Rennen. Dann kommt S. mit der Nachricht: Die alte Ernst Busch Schule für Schauspielkunst soll abgerissen werden. Die politische Situation ist unklar. Die SPD will ein Studentenwohnheim, die Linke eine Kulturelle Nutzung. Eine alte Idee von J. S. und mir wird wieder aufgewärmt. Damals ging es um die Frage, wie wir einem Publikum, dass irgendwo in der Stadt vor einem Leinwandwagen sitzt, erzählen, dass das Spiel, was sie sehen, im gleichen Moment woanders produziert wird. Die Antwort war: Nein, keine Tageszeitung, kein Uhrenvergleich, wir bewegen uns während der Produktion zum Publikum, bis wir mitten in der Stadt vor der Leinwand stehen und eine unendliche Spiegelung entsteht, wie man sie aus der Videokunst der Achziger kennt. Nur haben wir für die Idee für die Ernst Busch ein wenig umgedreht. Wir haben das Publikum zurückgelassen und uns auf den Weg in die Stadt gemacht. Der Stadtraum ist nicht nett. Der Stadtraum ist keine Bühne. Du bist ausgeliefert, wie ein Wildschwein auf freiem Feld. Der schönste Streich an der ganzen Nummer um den Ernst Busch Rummel - auch bekannt unter dem Namen Aufstand der Huren - war wohl die Idee des Konfliktfreien Theaters. Also, was machen wir eigentlich, - wenn alles gut ist? Stellt euch vor, wir haben diesen riesigen Schulkomplex für uns alleine, wir sind da - und alles ist gut. Niemand will uns den Platz streitig machen. Also das Tolle an diesem kuscheligen alles-ist-gut-Gejammer ist der Umstand, dass wir eine Spielweise erdenken mussten, die uns erlaubte den Diskurs nicht über den Subtext zu spielen oder hinter Ironie, Elend oder Glück ihn zu verbergen, sondern an der bloßen Überraschung über die Worte merkbar werden zu lassen. Endlich konnten wir etwas wirklich meinen. Das ist gar nicht einfach. Spiel mal, das du meinst. „Die große alte neue Volksbühne ruft euch, sie ruft nur heute, nur ein mal. Wer jetzt die Gelegenheit versäumt, versäumt sie für immer!“ fängt A. mit seinem Text an, die Jungs sammeln sich daher gelegene Instrumente zusammen und stimmen sich ein. Regie: „Ein Moment, ein Moment! Leute, ich glaube es reicht, wenn wir nur das Klavier haben und ihr alle singt gemeinsam, das ist viel schöner, das ist schöner, als wenn wir hier schon wieder sone Jam Session haben. - Also ihr müsst euch alle ans Mikrofon, dass wir sonen richtigen Knabenchor hier haben. - Der Nebel verzieht sich, die Boyband erscheint, ihr fangt an zu singen. Und irgendwann kommt A. mit dem Eisenwaren International Schild. Immer, wenn er es anschaut leuchtet es rot und dann fängt er an zu proklamieren, ja.“ Heute ist Müll nicht mehr zu unterscheiden vom Bühnenbild, der Sumpf hat es bis in die Imagination geschafft. Man ist beengt. Die Stadt zwingt fast zur Kriminalität. Die Stadt ist kriminell. Selbst das letzte Kellerloch wird ausgeschlachtet. Eines steht fest, es gibt dort unten einen Haufen krakeelender Missetäter, denen man gefälligst zuhören sollte. - Ich gebe nicht auf. Den Keller zu verlassen bedeutet diese lüsterne Bande in den nächsten Schritt zu übersetzen. Der NIE BETRIEB. „Zähme den Kamm, Reime die Lust, Schmücke den Schlaf, Plätte den Frust, Neige das Glas, Biege das Buch, Liebe die Luft, Rette das Tuch, Schaue das Meer, Rieche das Gras, Kränke kein Kind, Iss kein Fraß, Lerne im Traum, Schreibe was ist, Nähre den Tag, Forme die Frist, Lenke die Hand, Eile und Steh, Zögre nicht, weil ewig Schnee, Öffne die Tür, Lade wen ein, Schenke dich hin, Mache dich fein, Prüfe dein Herz, Gebe es Feld, Ruh dich aus, Rühr an die Welt.“ - unbekannter Dichter